Ausstellungen

HausBesuch – über Echos im Raum und andere Formen der Begegnung | Anna Pascó Boltà, Tobias Buckel, Elke Dreier, Tobias Kraft, Nina Laaf, Aleschija Seibt und Felix Leon Westner

von 05. Juli bis 30. August 2026

 

Kennen Sie das? Sie betreten einen Raum und fühlen sich sofort wohl oder unruhig, ohne gleich sagen zu können, warum. Sie sehen ein Kunstwerk und fühlen sich angezogen oder irritiert. Sie begegnen anderen Menschen oder Ihr Blick bleibt an einer Pflanze hängen. All das sind Formen von Begegnung.

 

Wir stehen ständig in Beziehung: zu Menschen, zu Pflanzen, zu Gegenständen, zur Architektur und zu unserer Umgebung. Auch der Besuch einer Ausstellung ist eine Form von Begegnung: mit Kunstwerken, mit Räumen und mit anderen. HausBesuch lädt dazu ein, solche Begegnungen wahrzunehmen. Die Ausstellung fragt danach, wie Räume, Menschen, Pflanzen und andere Lebewesen sich gegenseitig beeinflussen. Manche

Kunstwerke gehen von Architektur und Material aus, andere von Natur, Bewegung oder vom Austausch mit Menschen.

 

Einige Arbeiten laden zum Mitmachen ein. Sie als Besuchende können Ihre Lieblingsbank eintragen, an Workshops teilnehmen oder mit Zucker überzogene Steine lutschen. So werden Sie Teil der Ausstellung. Andere Kunstwerke entfalten sich erst in der Begegnung mit den Betrachtenden. Wie ein Werk wirkt, verändert sich mit Ihrem Blick, Ihrem Standort und Ihrer Bewegung durch den Raum.

 

Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich überraschen. HausBesuch lädt dazu ein, langsam zu schauen und die Ausstellung als offenes Zusammenspiel zu erleben. Dabei können Eindrücke entstehen, die noch lange nachwirken.

 

Weitere Informationen zum Ausstellungsbegleitprogramm

 

Ausstellungsflyer

 

HausBesuch – über Echos im Raum und andere Formen der Begegnung_2026_Foto Studio Erika | © HausBesuch – über Echos im Raum und andere Formen der Begegnung_2026_Foto Studio Erika

Anna Pascó Boltà | geb. 1990 in Barcelona | Lebt und arbeitet in Barcelona und München

Anna Pascó Boltàs transdisziplinäre Praxis untersucht Formen von Leben, Koexistenz und ökologische Beziehungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteur:innen. Ausgehend von naturwissenschaftlicher und künstlerischer Forschung verbindet sie Kunst, Wissenschaft und neue Technologien mit Medien wie Keramik, Duft, Bild und performativen Formaten mit Essen. Gemeinschaftsbasierte Prozesse und kollektive Erfahrungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Ihre Arbeiten hinterfragen Dichotomien wie Natur und Technologie oder Mensch und Nicht-Mensch und suchen nach neuen Formen des Zusammenlebens.

Pascó Boltà Anna_fressen und gefressen werden_Fotografie Sima Dahgani | © Pascó Boltà Anna_fressen und gefressen werden_Fotografie Sima Dahgani

Tobias Buckel | geb. 1978 in Ansbach | Lebt und arbeitet in Nürnberg

Tobias Buckels Gemälde und Zeichnungen entstehen durch ein langsames, prozesshaftes Arbeiten. Sie verharren in einem Schwebezustand zwischen Figuration und Abstraktion, Deskription und Zufälligkeit, vollendet und unvollendet Scheinendem. Die vermeintlichen Gegensätze werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern dürfen sich nebeneinander behaupten.

Buckel Tobias_Siesta_2025_Oel und Oelstick auf Leinwand_100 x 70 cm_Fotograf Tobias Buckel | © Buckel Tobias_Siesta_2025_Oel und Oelstick auf Leinwand_100 x 70 cm_Fotograf Tobias Buckel

Elke Dreier | geb. 1984 in Memmingen | Lebt und arbeitet in München und im Allgäu

Elke Dreier untersucht in ihren künstlerischen Arbeiten die Rolle des menschlichen Körpers in einer zunehmend digital agierenden Welt – zwischen alltäglicher (nonverbaler) Kommunikation und Interaktion in komplexen räumlichen Umgebungen. Dafür löst sie alltägliche Kommunikations- und Bewegungsabläufe aus ihrer Unmittelbarkeit und reinszeniert diese in Videos, Anleitungen und Installationen.

Dreier Elke_Asking a Plant to Teach Movement, Verpackerei Görisried, 2025_Fotografin Elke Dreier, VG Bildkunst, 2026. | © Dreier Elke_Asking a Plant to Teach Movement, Verpackerei Görisried, 2025_Fotografin Elke Dreier, VG Bildkunst, 2026.

Tobias Kraft | geb. 1972 in Kassel | Lebt und arbeitet in Karlsruhe und Kassel

Tobias Kraft erkundet das Leben und seine Räume phänomenologisch in medialer Durchlässigkeit – Lauschen und Sich-Einstimmen auf verschiedene Bedeutungsebenen eines Ortes und seiner Wesen münden in ephemere Notationen, plastische Spuren und sprachliche Bilder. Als Erweiterung seiner performativen Handlungen finden Workshopformate statt, die die Besucher:innen einladen in eine Resonanz mit sich und verschiedenen Wahrnehmungsweisen zu treten.

Kraft Tobias_Nahe Sterne, Workshop still_Fotograf Tobias Kraft | © Kraft Tobias_Nahe Sterne, Workshop still_Fotograf Tobias Kraft

Nina Laaf | geb. 1977 in Hilden | Lebt und arbeitet in Karlsruhe

Nina Laaf entwickelt Skulpturen, die Räume beschreiben und Bewegungen sichtbar machen. Ein zentraler Aspekt ihrer künstlerischen Arbeit ist der Rollentausch zwischen Volumen, Leichtigkeit, Stabilität und Oberfläche. Die zum Teil seriell gearbeiteten Elemente beschreiben Systeme und Ordnungen, die ihre Ausgangspunkte in zwischenmenschlichen Begebenheiten, architektonischen Formen und handwerklichen Kontexten finden.

Laaf Nina_WAHLVERWANDT_2026_Gips, Edelstahl, Lack_220 x 80 x 60 cm_Fotograf Ives Laaf | © Laaf Nina_WAHLVERWANDT_2026_Gips, Edelstahl, Lack_220 x 80 x 60 cm_Fotograf Ives Laaf

Aleschija Seibt | geb. 1983 in Giengen a.d. Brenz | Lebt und arbeitet in München und Karlsruhe

Aleschija Seibt erforscht architektonische Phänomene, Begrenzungen und Formen der Begegnung. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich materielle und damit auch mentale Qualitäten verschieben lassen. Indem sie alltägliche Strukturen wie Zäune, Sitzgelegenheiten oder räumliche Elemente in subtile Formen und neue Kontexte überführt und ihre Rhythmen verändert, macht sie deren Wirkungsweisen und Zusammenhänge neu lesbar.

Seibt Aleschija_soft structure II_2025_Seil_270 x 150 cm_Fotografin Aleschija Seibt | © Seibt Aleschija_soft structure II_2025_Seil_270 x 150 cm_Fotografin Aleschija Seibt

Felix Leon Westner | geb. 1983 in Georgsmarienhütte | Lebt und arbeitet in Berlin

Felix Leon Westners Performances sind gesellschaftskritische, multimediale Collagen aus Worten, Zeichnungen und live generierten Tracks, wobei er ausschließlich seine eigene Stimme verwendet. Die weitgehend improvisierten Einzelstücke beziehen sich auf Orte, institutionelle Kontexte, Gespräche, Tagespolitik sowie Fragmente aus Popkultur und sozialen Medien. Das daraus entstehende Material bildet die Grundlage für Malereien und Zeichnungen zwischen konkreter Poesie und der kritischen Befragung neoliberaler Informationsfluten durch Sprache und ihrer Repräsentation.

Westner Felix Leon_Galerie Eigen + Art Berlin 2025_Perf_Shaping Words Out Of Dust_restored_Fotograf Felix Leon Westner | © Westner Felix Leon_Galerie Eigen + Art Berlin 2025_Perf_Shaping Words Out Of Dust_restored_Fotograf Felix Leon Westner