Ausstellungen
48. OSTALLGÄUER KUNSTAUSSTELLUNG der Stadt Marktoberdorf im Künstlerhaus Marktoberdorf
von 29. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027
Aktuell eröffnet das Künstlerhaus Marktoberdorf mit der 48. Ostallgäuer Kunstausstellung, veranstaltet von der Stadt Marktoberdorf, einen der bedeutendsten Kunstwettbewerbe in Schwaben und setzt den Fokus ganz auf die Förderung zeitgenössischer regionaler Kunst. Die Ausstellung dient dem lebendigen Austausch der Kunstschaffenden untereinander und mit der Öffentlichkeit - also dem Dialog über Kunst insgesamt, über ihre Ideen, ihren Gehalt oder ihre Vision für die Gesellschaft.
Die Ostallgäuer Kunstausstellung genießt weit über die Grenzen von Marktoberdorf hinaus hohes Ansehen und einen besonderen Stellenwert. Im Jahr 2026 findet sie bereits zum 20. Mal im Künstlerhaus Marktoberdorf statt und unterstreicht damit die langjährige Bedeutung des Hauses als zentrale Plattform für regionale Gegenwartskunst. Einen besonderen Anreiz für die Künstlerinnen und Künstler bieten auch die drei Preise, die jedes Jahr von der hochkarätig besetzten Jury vergeben werden.
Ausstellende Künstlerinnen und Künstler:
Barbara Anna Auer | Winfried Becker | Ragela Bertoldo | Max Biller | Peter Böller | Tanja Braun | Sebastian Bühler | Florence Bühr | Renate Bühr | Terence Carr | Julia Doll | Nikolaus Faßlrinner | Gabriele Fischer | Gemma Helen | Johanna Götz | Susanne Gorcks | Roman Harasymiw | Sabine Höß | Conny Kagerer | Anna Dorothea Klug | Peter Krusche | Julia Miorin| Nikolaus Mohr | Jusha + Sven Mueller | Monika Nagl | Nikolas Pfanzelt | Nils de Riese | Lilo Ring | Christian Rudolph | Jochen Rüth | Katharina Schellenberger | Uschi Scherer | Max Schmelcher | Dieter Schmidt | Johanna Schreiner | Monika Schultes | Carina Steidele | Lukas Steiner | Eva Lucie Triftshäuser | Bruno Wank | Christiana Elli Weber | Christina Weber | Stefan Winkler | Barbara Wolff | Marta Zaniewska-Bibileishvili
Jurymitglieder 2026
• Mona Feyrer, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
• Birgit Höppl, M. A., Kunsthistorikerin
• Peggy Uhlich, BBK Allgäu/Schwaben-Süd e. V.
• Jan T. Wilms, Kunsthalle Augsburg im Glaspalast
• Josef Zankl, BBK Schwaben Nord und Augsburg e. V.
Leitung der Jury: Urte Ehlers | künstlerische Leitung der Ostallgäuer Kunstausstellung (ohne Stimmrecht)
Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2026 der Stadt Marktoberdorf
geht an
Christina Weber | Gessertshausen
Im Fluss II | 2026 | Stickerei; Seidenfaden, handgewebtes Leinen | 120 x 74 cm
„Im Fluss II“ zeigt auf einer handgewebten Leinenbahn eine zarte, hellblau gestickte Zeichnung: Von einem fein auslaufenden Ansatz fällt eine Kette aus Tropfen senkrecht nach unten und mündet in eine Gruppe runder, einander überlagernder Formen, die Steine andeuten. Der Faden übernimmt die Funktion der Linie. Dennoch bleibt die feine Zeichnung graphisch weich, da sie sich Ton in Ton in das Gewebe einsenkt. Die Reduktion auf eine Farbe und wenige, deutlich voneinander abgesetzte Elemente macht die Leerfläche des naturbelassenen Stoffes zum Gestaltungsmittel. Die Jury überzeugte die Stimmigkeit von Material, Technik und Motiv: handwerkliche Präzision und konzeptionelle Klarheit verbinden textile Tradition mit zeitgenössischer Kunstpraxis.
Kurzvita
*1958 in Grafenau / Bayerischer Wald
1977-81 Studium an der FH Augsburg, Diplom Designerin (FH)
seit 1986 freiberuflich tätig
1993-2000 Weiterbildung in verschiedenen Workshops
2010 Arbeits-Stipendium Tyron Guthrie Center Irland
2013-19 Vorsitzende Kunstverein Bobingen
2015 Meckatzer Löwenbräu Kunstpreis, Irsee
2016 Kunstpreis Schwäbische Skulptura, Buxheim
Sonderpreis der Franz Schmid Stiftung 2026
geht an
Sabine Höß | Scherstetten
o. T. Werk II | 2023 | Aquarell | 105 x 76 cm
Auf den ersten Blick erscheint „o. T. Werk II“ als strenges Raster aus senkrechten und waagrechten Farbbahnen in einem zurückhaltenden, fein abgestimmten Klang aus Rosa, Grau und Graugrün. Der lasierende Farbauftrag erinnert an Stoffmuster, etwa an ein Karogewebe, und bleibt dennoch durch und durch malerisch. Beim zweiten Blick löst sich die Strenge auf: Die Flächen sind gestisch und frei gestaltet, die Ränder wandern leicht, die Lasuren überlagern sich und lassen den Weg des Pinsels erkennen. So entsteht ein Bild, das große Ruhe ausstrahlt. Trotz seiner konstruktiven Anlage wirkt es unprätentiös und ohne Pose. Bemerkenswert ist zudem das große Format, welches für ein Aquarell ungewöhnlich ist und die Präsenz des abstrakten Motivs souverän steigert. Die Jury würdigt eine Arbeit, die Ordnung und Spontaneität, Disziplin und Leichtigkeit überzeugend verbindet.
Kurzvita
*1960 in Aachen
1982-87 Studium Kommunikationsdesign FH Augsburg, Diplom-Kommunikationsdesignerin
1989-99 Studium AdBK München, Klasse Professor Friedhelm Klein, 2. Staatsexamen
1995 Jubiläumsstipendium der Akademie der Bildenden Künste
1999-2024 (Ober-) Studienrätin Kunst, zuletzt Fachleiterin Kunst am Gymnasium München Moosach
2023 Einzelausstellung im Haus der Bayerischen Landwirtschaft
Ab 2024 freischaffende Malerin
Familie Paul Breitkopf-Preis 2026
erhält
Carina Steidele | München
Aus der Serie „Momentaufnahmen”: 80120100_15 Hiroshima | 2026 | Papier auf Leinwand, Brandzeichnung | 80 x 120 cm
Aus schmalen, senkrecht gesetzten Papierbahnen fügt Carina Steidele ein Bild von seltener Materialität zusammen. In der ungewöhnlichen Technik der Brandzeichnung ziehen sich die gelöschten Glutreste in dichten, wellenförmigen Linien über das feine Papier. Die entstehenden Strukturen lesen sich wie Messkurven oder Höhenlinien und wirken zugleich diagrammhaft und landschaftlich. Verbrannte Ränder und braune Spuren stehen im Kontrast zu den leuchtend türkisfarbenen Kanten am oberen und unteren Rand. Der Rhythmus der Bahnen ist fein abgestimmt, jede Zeile erzeugt eine eigenständige Wirkung und ist doch Teil eines stimmigen Ganzen. Die Materialwahl ist gut durchdacht, denn das empfindliche Papier trägt Verletzlichkeit und Zerstörung unmittelbar in sich. So entsteht eine atmosphärische Leichtigkeit mit großer Prägnanz, die den Entstehungsort der Brandspuren, Hiroshima, als Teil der Serie abstrakt und ohne Pathos aufgreift. Die ungewöhnliche Herangehensweise und feinsinnige Abstimmung von Arbeitstechnik und Material gewann sofort die Zustimmung der Jury.
Kurzvita
*1983 in Memmingen
2004-11 Architekturstudium, Technische Universität München
2005-07 Studium Bildhauerei und Neue Medien, AdBK München, Klasse Prof. Res Ingold
2010-11 National University of Singapore, Singapur
2009-11 Wittmann'sche Stipendienstiftung
2011 IKEA-Stiftung
2011 Oskar-KarI-Forster-Stiftung
2022 Soloausstellung neunzehnkommazwei München
2025 artBAM Artist Prize 2025 konsum163 contemporary
