Von der Kunst, anders zu denken
15.07.2011

Von der Kunst, anders zu denken

 
   
"Kulisse war "Theatrum Sanctum" auch für das Kunstgespräch, das die Leiterin des Künstlerhauses Maya Heckelmann mit Benjamin Bergmann führte. Warum er freischaffender Künstler geworden ist, fragte Heckelmann. "Ich wollte immer etwas mit meinen Händen machen,"schilderte Bergmann seinen Werdegang: Zunächst eine Holzbildhauerausbildung, dann die Kunstakademie mit dem Ziel Lehrer zu werden.

"Ich hatte aber so viele Fragen im Kopf, die ich unbedingt umsetzen musste", begründete er den dann folgenden Schritt zum - erfolgreichen - freischaffenden Künstler. Nach Vorbildern befragt, nannte er Michaelangelo, Beuys und Bruce Naumann. Im Gespräch ging es auch immer um das Wesen der Kunst: Kunst müsse immer einen unklaren Grenzbereich haben, klare Botschaften seien in der Werbung gut aufgehoben, stellte er heraus. Kunst sei ein Privileg - er könne damit seine Träume in einem besonderen Haus realisieren. Damit spielte er auf die seinerzeit in den leer stehenden Palast der Republik gebaute Achterbahn an. Anstrengung hält er für wichtig im künstlerischen Arbeitsprozess und damit meinte er auch das schweißtreibende Aufstellen seines "Campanile" im Künstlerhaus, für den eigens ein Kran gebaut werden musste. Angesprochen auf die Grenzüberschreitungen in seinen Arbeiten, gab er zu, dass er mit der Kunst versucht, Grenzbereiche bildhaft zu beschreiben. Was in den Bildern umgesetzt wird, soll die Phantasie wecken.

So war das Kunstgespräch mit ihm in Marktoberdorf zugleich eine Lehrstunde im Andersdenken."

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